36 neue Hotels für Berlin

Hotels boomen in Berlin, daher werden in nächster Zeit weitere 36 neue Hotels entstehen. Die Bettenzahl soll dabei in den kommenden Jahren auf beeindruckende 160.000 steigen. Und das, obwohl der Tourismus in Berlin im vergangenen Jahr nur einen Zuwachs von 0,3% verzeichnete. Man munkelt sogar, dass die Betten-Auslastung hotels bisher nur bei 60 % liegen sollte.

Natürlich stellt sich die Frage, ob Berlin tatsächlich neue Hotels braucht. Denn die Anzahl der Berlin-Toruisten nimmt nur marginal zu. Außerdem gehen die Übernachtungen in Berlin sogar leicht zurück.

Einen wesentlichen Beitrag, warum die Auslastung der Hotels sank, lieferte die Pleite der Fluglinie Air Berlin, weil andere Fluglinien die Kapazitäten bisher nicht ausgleichen konnten.

Wie kann es aber sein, dass die Touristen stetig mehr werden und die Übernachtungszahlen trotzdem fallen? Ein Grund dafür sind Portale wie AirBnB, auf denen private Anbieter ihre Zimmer vermieten können. Dieser Markt kostet nicht nur in Berlin, sondern mittlerweile in allen größeren Städten der Welt die Hotelbranche einen nicht unwesentlichen Anteil an Gästen.

So toll AirBnb für Reisende ist, so sehr schadet es allerdings nicht nur offiziellen Beherbergungsbetrieben, sondern auch dem gesamten Wohnungsangebot in den jeweiligen Städten. Viele Investoren sind auf den Zug von AirBnB aufgesprungen, sie kaufen haufenweise Wohnungen in attraktiven Lagen und vermieten diese tage- oder wochenweise an Touristen. Dadurch können sie ein Vielfaches an Einnahmen erzielen, als sie es bei der regulären Dauervermietung tun würden. Die Folge für die Städte ist ein immer knapper werdendes und sich stetig verteuerndes Wohnungsangebot für lokale Bewohner. Diese werden von den Zentren immer mehr in die nicht so attraktiven, aber immerhin noch bezahlbaren, Vororte gedrängt.

Den Stadtverwaltungen ist AirBnB schon länger ein Dorn im Auge. Einzelne europäische Städte verbieten mittlerweile die tage- und wochenweise Vermietung von Wohnraum in gewissen Zonen und wollen damit garantieren, dass in den Zentren der Städte künftig nicht mehr nur Toruisten wohnen.